Cecilia Herrero-Laffin: Arbeiterinnen (Malerei – Skulpturen)

Termin Sa 07.03. // 16:00 Uhr // Eintritt frei

Beginn Vernissage: 16 Uhr // Konzert: 18 Uhr (Jorge Cidades und Moxi Beidenegl) // Die Ausstellung kann bis 24:00 Uhr besucht werden.

Frauen, die in der Wahrnehmung der Menschen oft verschwinden, gibt die Künstlerin Cecilia Herrero-Laffin Raum. Die Argentinierin, die seit Jahren in Bielefeld lebt, zeigt Putzfrauen, Marktfrauen und Fabrikarbeiterinnen. Im Fokus ihrer Kunst stehen all jene, die im Alltag übersehen werden. Die Ausstellung „Arbeiterinnen“, findet im Kölibri und dem Kulturschloss Wandsbek anlässlich des Internationalen Frauentages statt.

Cecilia Herreros künstlerische Biographie ist geprägt von gesellschaftlichem, politischem und sozialem Engagement. Die Thematisierung von Ungerechtigkeit und Widerstand, Hinweise auf den Alltag von Menschen, die aus andern Ländern zu uns kommen und die Beschäftigung mit arbeitenden Frauen sind widerkehrende Motive in ihren Werken.

Oft wird die Arbeit von Frauen als ‚unsichtbare Arbeit’ bezeichnet, weil diese nicht in demselben Maße öffentlich ist, wie die Arbeit von Männern. Frauenarbeit geschieht oft im nichtöffentlichen häuslichen Bereich und vieles davon verschwindet, wie das Essen, welches gegessen und das geputzte Zimmer, das wieder unordentlich wird. „Frauen putzen,“ sagt Cecilia Herrero, „während Männer einfach glauben, dass es immer sauber ist.“ Über die Arbeit von Frauen wird oft hinweggesehen, sie wird als etwas Selbstverständliches wahrgenommen und von daher als ‚unsichtbar’ erlebt – ohne, dass jemand die ‚Sicht’ darauf legt. Cecilia Herrero hat das gemacht, hat die ‚Sicht’ darauf gelegt, holt das Selbstverständliche in unser Bewusstsein und zeigt die Frauen nicht nur als Arbeiterinnen, sondern als Personen, die ihre Würde ausstrahlen. „Tienen su honda“, wie Cecilia Herrero das ausdrückt.

Das Thema Putzen fasziniert die Künstlerin besonders. „Es ist ein wichtiges Thema in meinem Leben.“ Dabei ist sie besonders beeindruckt von der selbstverständlichen Leistung, wie sie z.B. nicaraguanische Frauen aufbringen: „Sie machen alles. Sie arbeiten, kümmern sich um die Kinder, kochen, waschen Wäsche, einfach alles. Sie arbeiten immer. Das erste, das sie morgen machen: sie kehren die Straße. Es gibt keine Straßenreinigung in Nicaragua. Das machen die Frauen. Jede vor ihrem Haus.

Dabei unterscheiden sich die Portraits aus Deutschland und Lateinamerika nicht so sehr, wie dies vielleicht zu erwarten gewesen wäre. Gemeinsam ist den Frauen, die kaum dem aktuellen Schönheitsideal entsprechen, eine Ausstrahlung, die durch den sensiblen Zugang der Künstlerin für uns wahrnehmbar wird: „Diese Frauen sind schön“, sagt sie, „aber sie sind es nicht in einem klassischen Sinn.“ Ihre Schönheit besteht in ihrer Stärke und ihrer Würde. Ihre Werke konservieren Augenblicke. Wir sehen Frauen konzentriert, in Gedanken, abwartend, in sich ruhend, oder den Moment einer Pause genießend. Obwohl die Portraits ahnen lassen, dass viele der Frauen ein beschwerliches Leben führen, ist der Blick auf sie nicht anklagend oder mitleidig. Es ist ein Kontakt auf Augenhöhe. Eine Perspektive, die sich nicht erhebt, nicht von oben auf die Objekte der Kunst schaut, sondern eine, die die anderen wahrnimmt als Menschen mit Kraft, mit Wünschen, mit Träumen und mit Möglichkeiten. Cecilia Herrero gibt uns die Chance, an ihrem Blick teilzuhaben.

Hier in kleiner Vorgeschmack:

Für die musikalische Unterhaltung sorgen an diesem Abend die Musiker*innen Jorge Cidades und Moxi Beidenegl.

In Kooperation mit dem Kulturschloss Wandsbek, der GWA St. Pauli und der Rosa Luxemburgstiftung Hamburg, gefördert durch das Bezirksamt Wandsbek und die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.